Unser Filmprogramm für September

04.09.2020
20 Uhr

A Star is born
Der in die Jahre gekommene Rockstar Jackson Maine entdeckt die talentierte Sängerin Ally und verliebt sich in sie. Ally hätte ihren großen Traum von einer Musikkarriere fast aufgegeben. Jackson fördert sie und nimmt sie schließlich sogar mit auf seine Tournee. Ally wächst mit ihm als Mentor zum Popstar heran, wodurch die persönliche Beziehung der beiden zu leiden beginnt. Jacksons innere Dämonen und seine Alkoholsucht stellen die Liebe der beiden auf die Probe. Lady Gaga in einer bewegenden Filmrolle.

11.09.2020
20 Uhr

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya
Jeden Januar wirft der Priester einer kleinen mazedonischen Stadt ein Kreuz in das örtliche Gewässer. Unzählige Männer stürzen sich daraufhin in das kalte Wasser, denn dem Finder des Kreuzes winken lebenslanges Glück und Wohlstand. In diesem Januar nimmt auch die arbeitslose Petrunya an dem Ritual teil, die das Kreuz auch noch bekommt. Die Wissenschaftlerin zieht damit den Zorn der Männer auf sich, aber sie gibt nicht nach. Eine starke Frau stellt sich gegen die Männerwelt.

18.09.2020
20 Uhr

Undine
In der Mythologie ist Undine ein weiblicher, jungfräulicher Wassergeist. In der Gegenwart arbeitet Undine als Historikerin und Museumsleiterin, die sich auf die urbane Entwicklung Berlins spezialisiert hat. Als Johannes, der Mann, den sie liebt, sie verlässt, bricht für Undine die Welt zusammen aber der Zauber ist gebrochen. Der neue Film con Christian Petzold.

25.09.2020
20 Uhr

Deutschstunde
Siggi sitzt während der Nachkriegszeit im Gefängnis. Er soll einen Aufsatz schreiben. Er erinnert sich, dass sein Vater einem befreundeten Maler ein Berufsverbot aussprechen sollte. Siggi sollte ihm helfen, doch er rebellierte. Eine vielbeachtete Neuverfilmung des Romans von Siegfried Lenz von Christian Schwochow


02.10.2020
20 Uhr
Wunschfilm
Aus welchen Filmen Sie auswählen dürfen, erfahren Sie bei uns in der Kino-Kirche Wittenborn.

Sommerfilmfest 2020

Lindenberg! Mach dein Ding

Freitag, 21. August 2020

20:00 Uhr

Von seiner Kindheit im westfälischen Gronau bis zum ersten, alles entscheidenden Bühnenauftritt in Hamburg 1973; von seinen Anfängen als hochbegabter Jazz- Schlagzeuger, über Rückschläge mit seiner ersten LP bis zu seinem Durchbruch mit Songs wie „Andrea Doria“: LINDENBERG! MACH DEIN DING erzählt die Geschichte eines Jungen, der eigentlich nie eine Chance hatte, ein Idol in Ost und West zu werden.

Regie: Hermine Huntgeburth

Buch: Alexander M. Rümelin, Christian Lyra, Sebastian Wehlings

Samstag, 22. August 2020

20:00 Uhr

Die Architekten

Der letzte DEFA-Film erzählt die Geschichte eines Projekts: Junge Architekten sollen für ein riesiges Neubaugebiet ein gesellschaftliches Zentrum entwerfen. Sie denken sich eine menschenfreundliche Gegend aus. Nur ein Torso bleibt übrig. Den letzten beißen die Hunde.

Regie: Peter Kahane

Drehbuch: Thomas Knauf

Sonntag, 23. August 2020

20:00 Uhr

In Zeiten des abnehmenden Lichts

Ost-Berlin im Frühherbst 1989: Wilhelm Powileit wird 90. Junge Pioniere bringen ein Ständchen, und er wird mit Orden behängt.Während er hartnäckig verleugnet, dass sein Ideal einer besseren Welt nur eine Chimäre war, verlässt die junge Generation das Land. Ein filmisches Gesellschaftsbild, in dem Wege und Irrwege des 20. Jahrhunderts aufgezeigt werden. Bruno Ganz in einer seiner letzten Rollen.

 Regie: Matti Geschonneck

Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase

Montag, 24. August 2020

20:00 Uhr

Als wir träumten

Am Stadtrand von Leipzig, kurz nach dem Ende der DDR. Was gestern war, gilt heute nicht mehr. Die Nacht wird zum Tag, die Straße zum Abenteuerspielplatz.

Was der Leipziger Autor Clemens Meyer 2006 in seinem vielfach ausgezeichneten Debütroman aufschrieb, verdichten Wolfgang Kohlhaase und Andreas Dresen zu einer filmischen Parabel über Freundschaft und Verrat, Zuversicht und Illusion, Brutalität und Zärtlichkeit. Ein Spiel um Rebellion und die nicht enden wollende Utopie vom großen Glück.

Regie: Andreas Dresen

Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase

Dienstag, 25. August 2020

20:00 Uhr

Kriegerin

Im Leben von Marisa, Anfang 20, läuft kaum etwas so, wie sie es sich wünschen würde. Als Neonazi findet die hochaggressive, gewaltbereite junge Frau einen gewissen Halt und bekommt Schuldige für ihre Misere geliefert: Ausländer, Politiker, der Kapitalismus, die Polizei. Damit nicht genug sucht sich der 14-jährige afghanische Flüchtling Rasul ausgerechnet ihren Badesee zum Schwimmen aus. Als die Welten dieser ungleichen Charaktere aufeinander prallen, bleibt das nicht ohne Folgen. Ein verstörender Film über die Rechte Szene in Deutschland.

Regie: David Wnendt

Drehbuch: David Wnendt

Mittwoch, 26. August 2020

20:00 Uhr

Heimat ist ein Raum aus Zeit

Was bleibt? Biografien hinterlassen Spuren. Zeitläufte auch. Wie sich das eine zum anderen verhält untersucht Thomas Heise anhand von Fragmenten aus einem Speicher persönlicher Erfahrungen, sorgfältig ausgewählt und mit Lücken zusammengesetzt. Damit erzählt er nicht weniger als die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. Ein großer Film, der bleibt.

Regie: Thomas Heise

Konzept: Thomas Heise

Donnerstag, 27.August 2020

20:00 Uhr

Willenbrock

Eines Abends werden der wohlhabende Autohändler Willenbrock und seine Frau überfallen. Obwohl der Vorfall recht glimpflich abläuft, kann Willenbrock die Attacke nicht vergessen. Traumatisiert von der Erfahrung, angreifbar und „verletzlich“ zu sein, fällt es dem vormals selbstsicheren Geschäftsmann immer schwerer, sein Leben unter Kontrolle zu halten. Nicht einmal die Waffe, die er sich besorgt, gibt ihm das nötige Sicherheitsgefühl. Willenbrock wird zu einer tickenden Zeitbombe.

Regie: Andreas Dresen

Drehbuch: Laila Stieler

Freitag, 28. August 2020

20:00 Uhr

Die Friseuse

Alles auf Anfang! Kathi König, eine arbeitslose Friseuse, ist mit ihrer Tochter Julia zurück in den Berliner Stadtteil Marzahn gezogen, wo sie aufgewachsen ist.

Das Arbeitsamt vermittelt ihr eine Stelle im Friseursalon des Shopping centers Eastgate. Doch man lässt sie nicht arbeiten. Denn Kathi ist dick – sehr dick – und deshalb „nicht ästhetisch“. Doch so leicht lässt sich die resolute Kathi nicht abspeisen. In einem leerstehenden Asia-Imbiss neben dem Salon Krieger will sie ihren eigenen Friseurladen eröffnen. Es beginnt ein Kampf gegen Behörden, Banken und Berater.

Regie: Doris Dörrie

Drehbuch: Laila Stieler

Samstag 29. August 2020

Eine lange Nacht mit Buckow und König

14 Uhr 

Einer von uns (2010)

16 Uhr

Aquarius (2010)

18 Uhr

Fischerkrieg (2013)

20 Uhr

Sturm im Kopf (2015)

22 Uhr

Angst heiligt die Mittel (2017)

00 Uhr

Für Janina(2018)

02 Uhr

Söhne Rostocks(2020)

04 Uhr (Falls noch jemand Lust hat)

Der Tag wird kommen(2020)

Auf diese Filme dürfen Sie sich in den nächsten Wochen freuen


26. Juni
Die Wiese – ein Paradies nebenan
D 2019, Regie: Jan Haft
Die Dokumentation stellt die bunte, blühende Sommerwiese und seine vielfältigen Bewohner vor. Vögel, Heuschrecken, Zikaden und zahlreiche andere Tiere leben in dem Naturparadies, das mit großem technischem Aufwand von einer anderen Seite zum Vorschein kommt.

03. Juli
Kroos
D 2019, Regie: Manfred Oldenburg
Doku über den Fußballer Toni Kroos und seine Karriere bei Real Madrid.

10. Juli
Der Junge muss an die frische Luft
D 2018, Regie: Charlotte Link
Basierend auf Hape Kerkelings gleichnamigem autobiographischem Bestseller.

17. Juli
Die Schneiderin der Träume
F 2018; Regie: Rohena Gera
Liebesgeschichte aus dem modernen Indien. Taschentücher nicht vergessen!

24. Juli
Lara
D 2019, Regie: Jan-Ole Gerster
Preisgekrönte Mutter-Sohn Geschichte mit Corinna Harfouch und Tom Schilling. Einer der besten Filme der aktuellen Kinosaison.

31. Juli
Wunschfilm
Wir stellen drei Titel zur Auswahl. Sie entscheiden, welchen Film wir zeigen.
Infos und Abstimmung nur in der Dorfkirche Wittenborn möglich.

07. August
Systemsprenger
D 2019, Regie Nora Fingscheidt
Der Film erzählt auf radikale Art von einem Mädchen, dass durch alle gesellschaftlichen Sicherheitsnetze fällt. Acht Lolas beim Deutschen Filmpreis

14. August
Und wer nimmt den Hund
D 2019, Regie: Rainer Kaufmann
Eine Komödie mit Ulrich Tukur und Martina Gedeck, genau richtig für einen lauen Sommerabend.

Unbedingt vormerken!
21. bis 29. August 2020
Wittenborner Sommerfilmfest
Landwege – Auf dem Weg zur deutschen Einheit?

Alle Filme starten um 20 Uhr

Unser Dorfkino wird gefördert von der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Wittenborn startet in die Kinosaison

Mit dem Film „Die Wiese – ein Paradies nebenan“ startet der Bürgerverein Wittenborn e.V. am 26. Juni in die Saison 2020.

Der Bürgerverein, der seit drei Jahren jeweils im August ein viel beachtetes Sommerfilmfest veranstaltet, weitet in diesem Jahr sein Programm aus und bietet in der Dorfkirche Wittenborn ein regelmäßiges Kinoerlebnis. Bis Oktober werden an jedem Freitag, jeweils 19 Uhr, handverlesene Kinofilme gezeigt. Dabei reicht die Palette der ausgewählten Filme von „Kroos“ (3.Juli) über  „Systemsprenger“ (7. August) bis  „Lindenberg!  Mach dein Ding“ (21. August).

Der Film „Die Wiese – ein Paradies nebenan“ wurde auch in den Naturparks von Mecklenburg-Vorpommern gedreht. Nirgendwo zeigt sich die Natur so bunt, so vielfältig, so faszinierend wie auf einer prachtvollen Blumenwiese direkt vor unserer Haustür. Der Film zeigt diese Wunderwelt Dank neuester Technik und unter Einsatz eines erstklassigen Kamerateams aus einer neuen Perspektive. Dabei bleibt er nicht bei der Abbildung des heimischen Naturspektakels stehen, sondern wird gleichzeitig ein Aufruf zum achtsamen Umgang mit diesem einzigartigen Lebensraum, dessen fortschreitende Vernichtung täglich zu beobachten ist.

Auch in diesem Jahr wird es vom 21. bis 29. August ein Wittenborner Sommerfilmfest geben. Gezeigt werden Spiel- und Dokumentarfilme, die einen tieferen Blick auf den Prozess der deutschen Einheit ermöglichen. Wir fragen zum Beispiel: Was ist aus der Aufbruchstimmung geworden? Woher kommen die Erfolge der Rechten? Was ist jetzt wichtig für unsere Zukunft?

Höhepunkt des diesjährigen Sommerfilmfestes ist eine Lange Nacht mit Buckow und König. Gezeigt werden sieben Episoden aus der Reihe Polizeiruf 110 mit Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau. Seit 2010 wird diese Krimireihe vom NDR produziert. Dabei geht es nicht immer nur um die Suche nach dem Mörder. Gerade der Polizeiruf aus Rostock ist immer auch ein Bild der jeweiligen Zeit. Die Lange Nacht mit Buckow und König wird also auch eine Zeitreise durch die letzten zehn Jahre sein. Eine Zeitreise, wie man sie nur im Kino erleben kann.

Bürgerverein zeigt „Nikolaikirche“

Pünktlich zum 30. Jahrestag der Leipziger Montagsdemonstrationen zeigt der Bürgerverein Wittenborn am 9. Oktober den Film „Nikolaikirche“ mit Ulrich Mühe, Otto Sander und Barbara Auer in den Hauptrollen. Der Film, nach dem gleichnamigen Roman von Erich Loest, erzählt die Geschichte einer Leipziger Funktionärsfamilie in den beiden letzten Jahren der DDR.

Die riskanten Verstrickungen der Familie Bacher zwischen dogmatischer Engstirnigkeit, sozialem Druck und innerfamiliärer Bespitzelung führen zu gesellschaftlichen und privaten Konflikten, die sich in den großen Montagsdemonstrationen im Oktober 1989 entladen. Spannend und emotional erzählt der Film, wie ganz normaler Leipziger mit Kerzen und Gebeten gegen die Diktatur antraten und mit einer Friedlichen Revolution die Welt veränderten.

Nikolaikirche

Deutschland 1995

Buch und Regie: Frank Beyer

Mit Ulrich Mühe, Otto Sander, Barbara Auer, Jutta Wachowiak, Peter Sodann, Ulrich Tukur

9. Oktober 2019

19 Uhr

Dorfkirche Wittenborn

Der Bürgerverein Wittenborn e.V. wird unterstützt durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Die Stasi im Kinderzimmer

Der Dokumentarfilm „Die Stasi im Kinderzimmer – und wie der Verrat bis heute nachwirkt“ von Kathrin Matern erzählt die Schicksale von vier Menschen, die in jungen Jahren von der Stasi angeworben worden sind.

Bereits 1966 erlaubte Stasi-Chef Mielke, dass auch Kinder und Jugendliche für Frieden und Sozialismus spitzeln dürfen – ein staatlich verordneter Missbrauch. Zugleich bildet das Ministerium für Staatsicherheit an der Juristischen Fachhochschule Golm bei Potsdam junge Offiziersbewerber aus und vergibt akademische Grade, die bis heute gültig sind.

Der Film beleuchtet auch die Geschichte von Anna Frieda Schreiber, die als Andreas Schreiber in einer Stasi-Familie aufgewachsen ist und 1986 eine Laufbahn in Golm begann.

Kathrin Matern bleibt nicht bei den Stasi-Geschichten stehen, sondern erzählt auch eine Geschichte über Elternhäuser in der DDR, die die Rekrutierung ihrer Kinder zugelassen haben. Der Film wirft Fragen auf, die im bisherigen Diskurs über die Aufarbeitung der SED-Diktatur nur wenig Beachtung gefunden haben und er geht den entstehenden Emotionen nicht aus dem Weg.

„Die Protagonisten haben ihr Herz aufgemacht und haben uns teilhaben lassen. Aber bis es überhaupt zum Drehen kam, gab es einen langen Vorlauf“, sagt die Filmemacherin Kathrin Matern. Anna Frieda Schreiber habe erst kurz vor Beginn der Dreharbeiten angefangen, das Geschehen für sich aufzuarbeiten. „Wir durften sie begleiten, als sie zum ersten Mal Einsicht in ihre Akten in der Stasiunterlagen-Behörde genommen hat.“

Bevor der Film am 6. November um 22 Uhr im NDR gesendet wird, gibt es in der Dorfkirche Wittenborn am 1. Oktober um 19 Uhr eine Voraufführung und ein Filmgespräch mit Kathrin Matern und Anna Frieda Schreiber.

Bürgerverein erinnert an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus

Der Europäische Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus wurde vom Europäischen Parlament 2008 initiiert. Deutschland tut sich bis heute schwer damit, diesen Gedenktag würdig zu begehen. Er erinnert an den Hitler-Stalin-Pakt, der am 23. August 1939 unterzeichnet wurde. In einem geheimen Zusatzprotokoll teilten die beiden Diktatoren Osteuropa unter sich auf. Der Nichtangriffsvertrag, wie der Pakt offiziell genannt wird, ermöglichte es Hitler am 1. September 1939 den Aggressionskrieg gegen Polen zu beginnen. Am 17. September folgte Stalin mit dem Überfall auf Ostpolen. In der Mitte des Landes trafen sich die Verbündeten zu einer gemeinsamen Siegesparade. Am 28. September 1939 wurde aus dem Nichtangriffsvertrag ein Deutsch-Sowjetischer Grenz- und Freundschaftsvertrag. Stalin erhielt Zugriff auf Finnland, Estland und Lettland und erhob nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges Anspruch auf ganz Osteuropa.

Das geheime Zusatzprotokoll stand in der DDR auf dem Index und war nur ausgewählten Spezialisten bekannt. Der Einmarsch Stalins in Polen fand in den Geschichtsbüchern nicht statt. Über Stalins Verbrechen wurde auch nach dem Ende des Stalinismus nicht geredet. Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit in der DDR machte alle guten Sozialisten zu Siegern der Geschichte und ist einer der vielen Gründe, weshalb rechte Parteien in Ostdeutschland so erfolgreich sind.

Wer heut an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus gemeinsam erinnern will, gerät schnell in den Verdacht die Singularität des Völkermordes an den Juden zu leugnen und zu verharmlosen. Es hat lange gedauert, bis die Chiffre „Ausschwitz“ nicht mehr nur als Synonym für den Holocaust stand, sondern Homosexuelle, Sinti und Roma, Behinderte und andere Opfergruppen einschloss. Nach länger hat es gedauert, bis auch andere Völkermorde als Genozid bezeichnet werden konnten. Noch vor wenigen Jahren hat sich der damalige deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier geweigert den Völkermord an den Armeniern 1915 als solchen zu benennen. Und bis heute tut sich die deutsche Regierung schwer damit den Genozid in Namibia anzuerkennen.

Der Europäische Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus ist der Versuch einer gesamteuropäischen Erinnerung an die Verbrecherischen Totalitarismen des 20. Jahrhundert. Er verdrängt nicht den Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust, sondern ergänzt diesen.

Der Bürgerverein Wittenborn e.V. nutzt den Gedenktag, um daran zu erinnern, dass die große Weltgeschichte auch vor der eigenen Haustür stattfindet. In einem Wittenborner Dorfgespräch unterhält sich Marita Richter mit Eleonore Wolf über die Lager in Fünfeichen.

Die Veranstaltungsreihe „Landwege – 30 Jahre noch der Friedlichen Revolution“ wird gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED – Diktatur und der Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern.

Wittenborner Dorfgespräch

Die Lager in Fünfeichen

23. August 2019, 19 Uhr

Dorfkirche Wittenborn

« Ältere Beiträge